Lifestyle Vanlife Vanlife Stories

Roadtyping

Ich freue mich immer sehr, wenn mir kreative Köpfe aus meiner Heimat begegnen. Gerade eher unbekannte Städte können ein wenig Support und frischen Wind gut gebrauchen. Design geht eben nicht nur in der Stadt, sondern auch auf dem Land bzw. mit Roadtyping auch von unterwegs. Roadtyping entdeckte ich durch Zufall auf Instagram und stellte schnell überraschend fest, dass Franziska und Marius aus Kaufbeuren kommen. Yeah, das ist sozusagen fast bei mir vor der alten Haustüre!

Neben dem Heimvorteil teilen wir, wie der Name schon sagt, eine zweite Gemeinsamkeit und zwar die Liebe zur Natur und spontan sich mit dem Bus auf neue Abenteuer zu begeben. Entstanden ist die Idee zu Roadtyping auf Reisen mit ihrem VW Bulli unter freiem Sternenhimmel und an einsamen Bergseen. Ja, so wild romantisch kann man neue Ideen ins Leben rufen!

Menschen die gerne draußen in der Natur sind, ist es auch ein Anliegen diese zu schützen. So wird zum Beispiel kein Verpackungsmaterial hinzugekauft, sondern bei umliegenden Firmen gesammelt. Die Papierprodukte werden lokal auf zertifizierten Naturpapier gedruckt und der Versand wird von den Wertachtal Werkstätten, einer Behinderten-Werkstatt, übernommen.

Ein Paradebeispiel um großartige Produkte und Nachhaltigkeit für Mensch und Natur zu vereinen! Und als wäre das nicht schon genug, sehen die Karten, Prints, Becher, Bücher & Co. auch noch großartig aus und laden zum träumen und verreisen ein. Der nächste Roadtrip wird durch die Produkte ins eigene zu Hause geholt und die Reiselust kann dadurch erst mal vorübergehend gestillt werden. Bis es aber soweit ist, beantwortet mir Franzi von Roadtyping noch ein paar Fragen:

Der erste Morgen auf Korsika

Wann habt ihr das Reisen mit dem Bus für euch entdeckt?

Franzi: „Reisen war für mich schon immer ein Unterwegs-Sein und ein Der-Weg-ist-das-Ziel-Gefühl. Ich bin früher mit meinen Eltern, meinen zwei Brüdern und unserem Hund ausschließlich im Wohnwagen in den Urlaub gefahren und das eben nicht klassisch zu einem Ziel in Italien für zwei Wochen an Pfingsten, sondern rein ins Auto und der Nase nach. Und so reisen wir immer noch. Der Urlaub beginnt sobald man im Bus sitzt und das ist so schön. Im VW Bus habe ich eh Autofahren gelernt, denn mein Opa hat mir seinen alten VW T2 mit Campingausstattung zum 18.Geburtstag „vererbt“. Nach dem Abi war ich mit ihm z.B. in Spanien für einige Wochen, habe zeitweise in München während meines Studiums im Bus gewohnt (als ich kurzzeitig keine Wohnung hatte) und ich habe bestimmt schon 24 mal den ADAC gebraucht. Ich liebe einfach das Leben im Bus.“

Habt ihr einen Ort an dem ihr öfters Urlaub macht? Einen Ort an dem ihr regelmäßig zurückkehrt?

Franzi: „Da wir gerne neues Land entdecken und von uns im Allgäu aus in alle Richtungen so wunderbare Orte zu erreichen sind, wandern wir oft auf neuen Pfaden. Ein paar Orte haben es uns aber schon angetan. Im Frühjahr gehts eigentlich immer zu einem der Lagos: Lago di Garda oder Lago di Maggiore. Im April ist es dort so schön und so ruhig und die Straße von uns über den Fernpass, an Samnaun vorbei, durch St.Moritz hindurch und den Maloja Pass runter nach Chiavenna ist eine meiner Lieblingsstraßen (unbedingt mal fahren).“

Was war das aufregendste was ihr auf euren Roadtrips erlebt habt? Hattet ihr z.B. schon mal eine Panne?

Franzi: „Ganz spontan: da war der Wolf in Livigno/Italien bei -16 Grad und die Übernachtung auf einem Schießstand in Navada/USA. Ich glaube ich erzähl euch davon. Wir haben 2016 einen Roadtrip durch den Westen Amerikas gemacht, ganz klassisch von Los Angeles durch die unglaublich schönen Nationalparks über Las Vegas nach San Francisco. Auch da waren wir natürlich mit einem Van unterwegs und auf dem Weg nach Las Vegas – oder davon weg – haben wir uns auch bei Dunkelheit einen Stellplatz für die Nacht gesucht. Viele Möglichkeiten gibt es an diesen endlosen Highways nicht, denn es kommt etwa nur alle 30km eine Abfahrt. In dieser Nacht haben wir wunderbar geschlafen, aber in der Früh staunten wir schon sehr, als wir ausstiegen und zwischen tausenden leeren Patronenhülsen standen. Über unserem Van prangte ein total durchlöchertes Warnschild „DANGER SHOOTING RANGE“. Ein sehr amerikanisches Erlebnis. Und Pannen hatten wir zahllose… 24 mal gelbe Engel!“

Ihr seit ja auch mit Kind und Hund unterwegs. Wenn ich meinen Bus schon für ein Wochenende packe ist er bis oben hin zugestopft. Wie sieht es da bei euch aus? Wird das Packen nicht jedes mal zu einer Herausforderung?

Franzi: „Da sprichst du ein ganz aktuelles Thema an. Neben Hund und Kind haben wir auch immer einiges an Sportequipment an Board: Mountainbikes im Sommer und Ski im Winter. Auf den letzten Trips haben wir wirklich alles mögliche ausprobiert. Stauraum auf dem Dach, einen Kadaverkorb auf der Anhängerkupplung, einen Anhänger, Kisten im Inneren, keine Reisetaschen mehr und so weiter. So sehr wir unseren VW Bus T5 California auch lieben: größer wird er nicht. Das Resümee: wir verkaufen im Moment den Bus und satteln auf ein neues Fahrzeug um. Größer und alle Schlafplätze im Inneren, denn in den kommenden Jahren wollen wir viel den Norden bereisen, den ich tatsächlich noch kaum kenne. Was genau für ein Fahrzeug da kommt, ist aber noch eine kleine Überraschung. Jedenfalls dauert es noch bis zum Herbst, ehe wir damit unterwegs sein werden und bis dahin herrscht weiter Chaos…“

Was kocht ihr am liebsten im Bus? Gibt es ein Rezept was ihr teilen würdet?

Franzi: „Kochen ist für uns tatsächliche ein großes Hobby und daher wird auch unterwegs viel eingekauft und frisch zubereitet. Was nicht fehlen darf im Bus-Küchenschrank ist ein Garsieb und der Toaster (vor allem in Ländern ohne gutes Brot ein Muss für Weißbrot).
Eines unserer Vanlife-Lieblingsrezepte sind Wraps, die gibts bei uns regelmäßig seit unserem Schottland Trip. Hierfür kann man jegliches Gemüse kaufen und roh oder gegart vorbereiten, hier gibts unseren Favoriten:

– Paprika (roh)
– frischer Salat
– Tomaten
– Avocado
– evtl. Mais (dann aus der Dose)
– Griechischer Joghurt oder Schwand oder Quark
– Tortilla oder Wraps gibts fast überall zu kaufen
– für eine nicht vegetarische Variante Hühnchen

Die Tortillas lassen sich ganz bequem über die Pfanne beim Anbruzzeln vom Hühnchen aufwärmen oder bei der vegetarischen Variante über den Toaster legen.

Das Foto oben war übrigens an einem mega schönen Fleckerl auf Korsika, in St. Florent direkt am Meer. In der nächsten Nacht kam ein Wetterumschwung und das Meer wurde so unruhig, dass man an diesem Ort nicht mehr hätte stehen können.

Euer Tipp für einen entspannten und erfolgreichen Roadtrip:

Franzi: „Keine Pläne und fixen Zeitpunkte definieren. Einfach einsteigen und treiben lassen. Vielleicht abends losfahren, dann ist die Stimmung entspannt, man ist schon mal allein auf der Straße und die erste Nacht im Bus liegt in nicht zu weiter Ferne. Spontan die Hauptstraßen verlassen und aussteigen. Ich weiß nicht wie es ohne Hund wär, aber da Lotta regelmäßig raus muss entdecken wir schon viel zu Fuß. Das Erlebte in einem Reisetagebuch festhalten, denn den ein oder anderen Fleck will man sicherlich mit Bekannten teilen.“

Diese 5 Dinge dürfen in keinem Bus fehlen:

Franzi: „Toaster, Lichterkette, Kaffee und Bialetti, Kissen und Decken, kleiner Besen“

Leave a Comment