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Bulli Wilma

Sehr wahrscheinlich hat jeder von euch bewusst oder unbewusst schon mal ein Bild von Daniel auf Instagram gelikt, vorausgesetzt ihr treibt dort euer Unwesen. Daniel ist Fotograf mit einer Vorliebe zur Outdoor-Fotografie und unter anderem Mitglied der Germanroamers-Gang. Das sagt euch nichts? Sie sind so etwas wie die Backstreet Boys der Outdoor-Fotografie in Zeiten von Instagram. Zusammen mit seiner zauberhaften Freundin Natascha, die sich neben ihrem Jobs als Media-Designerin mindestens genauso gerne draußen in der Natur rumtreibt und Bulli Wilma mit ihrer Liebe zum Detail und zu Farben aufhübscht. Mit der Hilfe der Camperfaktur von Bettina und Sönke, haben die beiden einen VW T5, Baujahr 2004 zu ihrem gemütlichen zu Hause umgebaut.

Den Sommer über machten die beiden mit Wilma Skandinavien unsicher, trafen auf Rentiere, schwammen in einsamen Seen, wanderten und genossen gemeinsam die langen Tage und angenehmen Temperaturen im hohen Norden. Umso mehr freu ich mich, dass sich die beiden ein wenig Zeit genommen haben um mir ein paar Fragen zu beantworten.

Euer neues zu Hause sieht wirklich sehr gemütlich aus. Wie lange hattet ihr die Idee von „Wilma“ schon im Kopf? Und wie lange hat dann die Umsetzung bzw. der Ausbau gedauert?

Natascha: „Die Idee von Wilma gibt es seit knapp zwei Jahren. Mein Stiefvater ist seit einem Jahr in Pension, schraubte schon immer gerne an seinem Wohnmobil rum und suchte eine sinnvolle Beschäftigung die er jetzt nachgehen könnte. Zusammen mit meiner Mutter gründeten beide die Camperfaktur. „Wilma“ war ihr Pilotprojekt. Mittlerweile planen sie den individuellen Camperausbau auch anderen anzubieten.

Spätestens nach meiner Madeira-Reise in einem T3 Camper im Jahr 2018 stand fest, dass ein Bulli her muss. Die Suche nach einem geeigneten Auto war für uns das zeitintensivste. Jedoch landeten wir einen Glücksgriff in Frankfurt und die eigentliche Planung und der Ausbau lief mit der Camperfaktur nebenher. In Summe suchten wir sechs Monate nach einem geeigneten Bulli. Drei Monate brauchten wir für den Ausbau.“

Eure Küche befindet sich ja sozusagen hinten am Kofferraum. Habt ihr auch die Möglichkeit drinnen zu kochen? Oder geht es einfach bei Wind und Wetter immer nach draußen?

Daniel: „Wir haben einen mobilen Gaskocher mit zwei Flammen, den wir draußen und drinnen nutzen können. Am liebsten kochen wir draußen am Schwerlastauzug. Das klappt durch die Heckklappe auch bei den meisten Wetterverhältnissen echt gut. Nur bei ganz schlechtem Wetter oder extremen Wind würden wir drinnen kochen, das ist aber eher die Notlösung.“

Eure letzte Reise ging durch Skandinavien. Wie lange wart ihr unterwegs? Was waren eure Reiseziele?

Natascha: „Wir waren von Ende Juni bis Ende Juli unterwegs – in Summe knapp fünf Wochen. Unser Hauptziel war der Norden Norwegens, also die Inselgruppen um Sommarøy, Senja und Lofoten. Beim Weg hoch haben wir uns relativ viel Zeit gelassen und sind gemütlich die Inslandsvägen in Schweden gefahren. Anschließend haben wir noch einen kleinen Schwenker durch Finnland nach Norwegen gemacht. Nach den Inseln im Norden ging es langsam durch Mitte Norwegen zurück – über ein paar abgelegene Atlantikinseln und schließlich in den Süden, wo es über Dänemark wieder heimwärts ging.“

Auf Instagram habe ich gesehen, dass ihr auf den Lofoten oft zur Mitternachtssonne und später noch in den Bergen unterwegs wart. Ging es dann gleich am nächsten Tag weiter oder wurde vormittags erst mal geschlafen?

Daniel: „Ja, wir haben unseren Schlafrhythmus komplett auf den Kopf gestellt und waren teilweise bis sechs Uhr morgens wach bzw. kamen um die Uhrzeit oft erst von einer Wanderung zurück. Geschlafen wurde danach. Dann gab es Tage an denen wir um 14 Uhr frühstückten und um 20 Uhr mittag aßen. Das war der beste Weg um ausgiebig die schönen Lichtverhältnisse nutzen zu können.“

Wer ist auf den Namen Wilma gekommen und hat er eine besondere Bedeutung?

Daniel: „Natascha kam auf den Namen. Ihre Großtante Wilma ist mittlerweile 95 Jahre alt und ein absoluter Familienliebling. Wir hoffen, dass unser Bulli mindestens genauso lange durchhält. ;)“

Hat sich euer Busausbau schon bewährt oder habt ihr gemerkt, dass noch Kleinigkeiten fehlen?

Beide: „In Summe hat alles so funktioniert wie wir uns das vorgestellt haben. Wir sind aber um ein paar Dinge schlauer geworden, die man erst beim reisen bemerkt. Die Punkte stehen auch schon auf der Packliste für den nächsten Trip. Zum Beispiel haben wir vor dem Trip eine Billigdusche gekauft und herausgefunden, dass wir den See oder eine Gießkanne bevorzugen. Diese Dusche hat absolut nichts getaugt. Da unser T5 leider nicht das beste Licht hat ist in Zukunft eine LED-Bar am Dachträger geplant. Diese haben wir für die hellen Tage in Skandinavien diesen Sommer jedoch noch nicht gebraucht.“

Was vermisst ihr am meisten auf Reisen im Bus?

Natascha: „Eigentlich nichts. Wir haben echt nichts vermisst auf diesem Trip, da wir durch die Solaranlage und die Batterie auch immer unseren Laptop, Kamera, Handy usw. aufladen konnten.“

Euer absolutes Bus-Lieblingsgericht:

Daniel: „Pasta Pesto mit Lofoten-Fishburger-Patties und frischen Tomaten.“

Diese 3 Dinge dürfen in keinem Bus fehlen:

Beide: „Solaranlage und Batterie, die Standheizung – Natascha ist eine Frostbeule, genügend Fenster für frische Luft und Helligkeit.“

Fotos: Natascha, Daniel Ernst, Bulli Wilma

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