Autor: Hannah Maria

Silvretta & Formarinsee

Roadtrips Vanlife

Silvretta & Formarinsee

ein Herbst-Roadtrip durch Vorarlberg und Tirol

Dauer: Freitag bis Sonntag

Reisezeit: September/Oktober

Strecke: 304km

Stationen: Bregenz – Stausee Silvretta – Stausee Kops – Ischgl – St. Anton am Aarlberg – Lech – Formarinsee – Dalaas – Bregenz

Die heißen Tage sind vorbei, die Blätter rieseln langsam auf den Boden, der Morgen hüllt sich in Nebel und frischer Luft. Ich würde sagen der Herbst steht in voller Blüte! Meine liebste Jahreszeit. Vorbei ist das Schwitzen und die heißen Nächte in denen man schlecht schlafen kann. Endlich ist das Kopfkissen wieder kühl und man kann sich in eine Winterdecke einkuscheln. Am Wochenende bleibt man gerne mal daheim, trinkt Kakao, liest Bücher oder schaut sich die unendliche Geschichte an oder aber man fährt zu einem gemütlichen Wochenend-Roadtrip mit dem Bus raus!

Das schöne an Roadtrips im Herbst oder im Frühling ist, dass es nicht mehr ganz so voll auf den Straßen und in den Bergen ist. Folgender Roadtrip gehört zu meinen absoluten Favoriten. Von Süddeutschland aus sind die einzelnen Etappen gut zu erreichen und durch die geringen Fahrtstunden hat man ausgiebig Zeit die frische Luft in den Bergen zu genießen.

Gestartet sind wir am Bodensee/Bregenz und sind durch das wunderschöne Voralberg zur Silvretta-Hochalpenstraße gefahren. Bereits bei der Fahrt ab Bregenz kommt bei mir immer Urlaubsstimmung auf, da man einen so schönen Blick auf die Berge in Österreich und in der Schweiz hat.

Wenn man auf der Silvretta-Hochalpenstraße unterwegs ist, sollte man sich Zeit nehmen und auch öfters einfach mal stehen bleiben, ein paar Schritte laufen und die frische Luft und die tolle Aussicht genießen. Die Kehre 22 und 23 sind optimal um auch vom Straßenrand aus schöne Fotos zu machen. Insgesamt ist die Hochalpenstraße ca. 22km lang und kostet für einen PKW 16EUR Maut. Bitte informiert euch immer im Vorfeld, ob die Straße auch wirklich geöffnet ist. Im Winter ist die Straße gesperrt und dieser steht manchmal auch ganz unerwartet vor der Türe. Zahlreiche Wanderungen laden in der Silvretta und Umgebung zu ausgiebigen Wander- und Skitouren ein.

Die erste Nacht verbrachten wir am Silvretta Stausee. Wer Abends ankommt und sich und seinen Vierbeiner noch eine Runde ausführen möchte, der kann gemütlich ca. zwei Stunden lang um den Silvretta-Stausee wandern. Eine leichte aber grandiose kleine Tour um den Stress der Woche hinter sich zu lassen! Im Winter ist dieser übrigens komplett zugefroren und im Sommer tümmeln sich Ruderer auf dem Stausee. In der nähe des Stausees von Bregenz aus kommend, gibt es eine kleine Alpe in der nähe der Straße. Dort könnt ihr frühstücken und die hausgemachte Buttermilch kann ich auch nur empfehlen!

Am nächsten Morgen bietet es sich an in 5 bis 6 Stunden zur Wiesbadener-Hütte zu wandern. Start ist ebenfalls der Stausee. Auf dem Weg dorthin habt ihr dann auch einen Blick auf den Piz Buin – Voralbergs höchster Berg. Wer die Tour schon kennt, kann am nächsten Tag noch ein Stück weiter fahren und zum Wiegensee wandern. Eine wunderschöne Tour durch ein Moor! Die Verbellaalpe ist zudem wirklich abartig märchenhaft schön und ihr könnt dort nach dem Einkehren Butter und Käse kaufen. Ihr merkt schon, kulinarisch und verpflegungstechnisch ist bei mir immer etwas dabei! Gestartet sind wir vom Stausee Kops und sind dann über die Verbellaalpe zum Wiegensee gewandert. Etwas abenteuerlich ging es dann wieder zurück. Daher habe ich euch oben eine andere Tour verlinkt. Ihr könnt ansonsten aber auch vom Wiegensee aus die gleiche Strecke wieder zurück wandern.

Weiter ging es durch Ischgl und Kappl nach St. Anton am Arlberg. Je nachdem wie lange ihr schon unterwegs seid und wie es euch beliebt, könnt ihr natürlich auch hier einen Stop einlegen. Im Winter ist in den bekannten Ski-Orten einiges los. In den Sommermonaten geht es jedoch deutlich ruhiger zu.

Da wir die Tage wild mit dem Bus gestanden sind bietet es sich an, dem Hallenbad von St. Anton einen Besuch abzustatten und etwas zu planschen zu gehen. Es ist wirklich schön und nicht zu vergleichen mit gewöhnlichen Kleinstadt-Hallenbädern.

Nachdem wieder alles hygienisch rein war, ging es weiter zum Formarinsee. Von ihm habt ihr bestimmt schon gehört, denn der Lechweg ist ein bekannter Weitwanderweg. Hier dürft ihr nicht zu früh auftauchen, denn die Straße könnt ihr erst ab 16:30Uhr befahren. Von 8:00Uhr bis 16:30 hingegen fährt der Ortsbus Lech zum Formarinsee und die Straße ist gesperrt. Oben angekommen befindet sich ein kleiner Wanderparkplatz auf dem viele Kletterer in ihren Fahrzeugen nächtigen. Hier kann es manchmal auch etwas enger werden. Beim hoch und runterfahren der Straße bitte auf entgegenkommende Mountainbiker achten. Die Straße ist nicht wirklich übersichtlich.

Am nächsten Tag lohnt sich das frühe Aufstehen. Wenn ihr so viel Glück habt wie wir, dann werdet ihr von übermotivierten und lauten Wanderern aus dem Schlaf gerissen. Diese sind aber schnell vergessen, wenn man über das Steinerne Meer zur Freiburger Hütte wandert. Eine der schönsten Wanderungen für mich die ich bis jetzt gemacht habe. Wir hatten Filou, unseren Dackel, dabei der es bei der Tour nicht immer ganz so einfach hatte, da das Steinerne Meer für Hunde mit kurzen Beinchen nicht einfach zu begehen ist. Aber Dackel kann man glücklicherweise noch ganz gut im Rucksack verstauen. Tipp: Augen offen halten, hier laufen zahlreiche Murmeltiere rum und im Gestein findet ihr Muscheln aus vergangenen Zeiten. Zudem habt ihr einen wunderschönen Blick auf die Rote Wand, in der im Sommer zahlreiche Kletterer zu sehen sind.

Auf der Freiburger Hütte kann man sich nach getaner Arbeit kulinarisch verwöhnen lassen. Das Essen sollte man sich nicht entgehen lassen und ist außerordentlich lecker! Florian Mittermayr, Hüttenwirt und Koch, verarbeitet nur regionale Zutaten aus bester Bio-Qualität. Nach der Wanderung und dem Abendessen in der Freiburger Hütte, könnt ihr dann noch ein Bad im Formarinsee nehmen und euch auf den Heimweg begeben.

Break Away Tribe

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Break Away Tribe

Bei Instagram stolpert man immer wieder unbeabsichtigt über kleine Internetschätze. So entdeckte ich auch Tanja die gleich auf mehreren Accounts ihr Unwesen treibt.

Tanja reist gemeinsam mit ihrem Freund Lenny durch die Welt. Auf thebreakawayers könnt ihr ihrer persönlichen Reise folgen. Aber es gibt noch mehr zu entdecken! Auf tanjab.illus oder Break Away Tribe könnt ihr euren herzallerliebsten Bus nun auch professionell und in euren Wunschfarben illustrieren lassen! Das perfekte persönliche Geschenk für alle Van-Fans zum Geburtstag, Muttertag, Namenstag, Valentinstag, Jahrestag, Nikolaus und ach Weihnachten kommt sowieso immer viel zu schnell.

Nachdem ihr Tanja Fotos von eurem Fahrzeug geschickt habt, erstellt sie daraufhin eine Vektor-Grafik. Diese ist auch im Aquarell-Stil möglich. Wenn ihr euch das Ganze an die Wand hängen möchtet, besteht auch die Möglichkeit einen Print von der Illustration zu erhalten. So entstehen einzigartige Kunstwerke und man kann sich seinen geliebten Bus nun auch endlich ins Schlafzimmer hängen – ihr müsst also unter der Woche nicht mehr in der Garage neben eurem Herzblatt nächtigen. Wenn das mal keine Neuigkeiten sind!

Wo treibt ihr euch derzeit mit eurem T3 herum?

Tanja: „Im Moment bin ich mit meinem Freund Lenny im Norden Englands unterwegs. Zur Zeit arbeiten wir an vielen spannenden Projekten, die sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Trotzdem gönnen wir uns immer wieder eine Auszeit und gehen auf Entdeckungen. Als nächstes werden wir York erkunden und danach geht es zum Lake District National Park. Wir haben hauptsächlich wegen Schottland das Festland verlassen und freuen uns auch sehr darauf bald im hohen Norden die Natur geniessen zu können.“

Habt ihr noch einen festen Wohnsitz oder lebt und arbeitet ihr Vollzeit im Bus?

Tanja: „Wir haben seit 2012 keinen festen Wohnsitz mehr und haben ausschließlich mit Saisonarbeit Geld fürs Reisen verdient. Nachdem unser Bulli schon öfters, für mehrere Monate am Stück, für uns als Reisemobil gedient hat, haben wir Anfang Jahres beschlossen auf unbegrenzte Zeit in unseren Bus einzuziehen. Da wir unseren Bulli mit einer Solaranlage ausgestattet haben und über unbegrenztes Datenvolumen verfügen, sind wir in der Lage fast all unsere Arbeit aus dem Van heraus zu erledigen.

Den Schritt in die Selbstständigkeit zu machen, ist natürlich nicht immer ganz einfach. Jedoch denke ich, dass Vanlife für digitale Nomaden ideal ist, da man recht günstige Unterhaltungskosten hat. Dazu kommen dann noch die vielen unschlagbaren Büroaussichten und täglich neue Abenteuer, die diese Lebensart ebenfalls genial machen. In der Zukunft möchte ich auch noch gerne andere Länder, wie z.B Canada, U.S.A und Australien, aus einem Van heraus erkunden. Auch dort ist die Vanlife-Kultur sehr groß.“

Wie lange brauchst du für eine Illustration? Zeichnen- und Lieferzeit:

Tanja: „Im Normalfall erhält man meine fertige Illustration innerhalb von 10 Tagen, nachdem ich die benötigten Referenz Fotos erhalten habe. Die Lieferzeiten eines Posters liegen bei etwa ein bis zwei Wochen.“

Hast du eine Lieblingsillustration?

Tanja: „Wenn man sich meine Bilder anschaut, bemerkt man schnell, dass ich mit vielen Techniken arbeite und viele Stilarten habe. Immer wenn ich mir etwas neues zugemutet habe und ich meine Vision als fertiges Kunstwerk vollbracht habe, wird dieses automatisch mein neues Lieblingsbild. Wenn ich aber wirklich mein Favorit wählen müsste und welche mir von der Thematik am meisten am Herz liegt, dann ist es „Isometric Tribe“. Im Bild sieht man, wie Menschen aus verschiedenen Kulturen, sich am Lagerfeuer treffen und es spiegelt die Schönheit dieser Nomadischen Gemeinschaft wieder.“

Ich habe Wind von eurem neuesten Projekt „responsiblevanlife“ Wind bekommen. Was hat es damit auf sich?

Tanja: „Wir sind die Gründer von BreakAwayTribe und teilen, seit mehr als 1 1/2 Jahren Posts auf Instagram, in dem Leute im nomadischen und minimalistischen Stil leben. Unser Ziel ist es, mehr Menschen für diese Lebensart zu begeistern, ob es nur fürs Wochenende oder als Vollzeit-Abenteuer ist natürlich jedem selbst überlassen. Wir sind jedoch der Meinung, dass es vielen Menschen gut tun würde, sich auf neue Abenteuer zu begeben, dem Alttag zu entfliehen und auch zu lernen mit wenig Platz und weniger Dingen aus zu kommen. Deshalb waren wir auch von Anfang an von der „Responsible Vanlife“ Initiative begeistert. Eine Plattform, die vor kurzen von Nathen und Josy gegründet, wurde. Ein Paar, das ähnlich lebt wie wir, nur eben zur Zeit am anderen Ende der Welt, nämlich in Neuseeland. Sie haben sich zum Ziel gemacht andere Vanlifer auf zu klären, was für Auswirkungen ihr Verhalten für die Natur und Umwelt haben kann. Und da Vanlife eine so schnell wachsende Kultur ist, ist es auch sehr wichtig, dass so viele Menschen wie möglich, über ihr tägliches Verhalten nachdenken und ihre Gewohnheiten ändern. Genau aus diesem Grund cooperieren wir nun auch mit dem Responisiblevanlife-Team. Mehr dazu kann man auf unserer Website nachlesen. 

Diese 3 Dinge dürfen in eurem Van nicht fehlen:

Solaranlage, Kuscheldecke, Mückennetz

Bee Simple – Immenstube

Lifestyle

Bee Simple – Immenstube

Die Bio-Imkerei Immenstube ist eine kleine Imkerei aus dem wunderschönen Allgäu, die nach den Richtlinien der ökologischen Landwirtschaft arbeitet. In ihren Produkten steckt nicht nur jede Menge Arbeit, sondern auch ganz viel Liebe und Achtung vor der Natur und davon haben die Macher der Immenstube reichlich! Steffi und Philip werden von Magdalena und von ihren lieben Familien samt Geschwister und Eltern bei der Arbeit unterstützt.

Bio-Honig – was steht eigentlich dahinter bzw. drin?

Anbei ein paar Beispiele, die leider bei der Bienenhaltung nicht selbstverständlich sind:

  • Die Haltung der Bienen erfolgt z.B. ausschließlich in Bienenkästen, die aus natürlichen Rohstoffen wie Holz, Lehm und Stroh bestehen
  • Das Beschneiden der Flügel der Königin ist verboten
  • Wahl geeigneter Standorte, d.h. im Umkreis von drei Kilometern besteht die Bienenweide im Wesentlichen aus Pflanzen des ökologischen Anbaus und/oder Wildpflanzen. Schadstoff ausstoßende Industrien, Autobahnen oder Müllverbrennungsanlagen im Umkreis sind verboten
  • Winterfutter möglichst in Form von eigenem Honig und Pollen, nur in Ausnahmefällen darf Bio-Zuckersirup verwendet werden. 
  • Honigverarbeitung ohne Überschreitung der Bienenstocktemperatur (max. 40°C), d.h. keine Wärmeschädigung des Honigs. 
  • Chemische Mittel und Medikamente zum Fernhalten der Bienen beim Ernten des Honigs bzw. gegen Parasiten und Krankheiten sind verboten

Neben ihren Honigtöpfchen hat die Immenstube selbst hergestellte Wachstücher im Programm. Wachstücher, ihr wisst schon, dass ist die Verpackung in denen ihr früher euer Pausenbrot in die Schule geschleppt habt. Nach und nach waren Wachstücher zeitweise aus der Mode und wurden durch Brotdosen aus Plastik, Alu- oder Frischhaltefolie ersetzt. Gut, dass die Immenstube diesen Trend wieder aufleben lässt und neu interpretiert!

„bee simple“ heißen die modischen Wachstücher der Immenstube und werden aus bunten Baumwollstoffen mit liebevollen Motiven, reinem Bio-Bienenwachs, Bio-Jojobaöl und Baumharz hergestellt. Wachstücher sind das ideale Camping-Utensil, welches in keinem Bus, Wohnwagen oder Wohnmobil fehlen darf. Sie hübschen nicht nur optisch jedes Gefährt auf, sondern sind auch platzsparend und leicht. Egal ob Einwickeln, Abdecken, Frischalten oder Einfrieren – alles ist möglich und das mehrmals. Die perfekte ökologische Alternative um auch auf Reisen nachhaltig unterwegs zu sein!

Wer noch Stoffreste zu Hause hat und sich gerne selbst daran Versuchen möchte, Wachstücher herzustellen, kann das mit der Wachsmischung zum Selbermachen ausprobieren.

Bienenwachstücher lassen sich auch selbst herstellen. Dafür braucht ihr folgende Dinge:

– zum Beispiel bee simple Wachsmischung, am besten vorher gut gekühlt zur einfacheren Verarbeitung
– Leichter, dicht gewebter Baumwollstoff, ca. 120g/m2, gewaschen, idealerweise Reste oder bereits gebraucht
– Backofen oder Bügeleisen
– Backpapier
– grobe Reibe

Es gibt zwei Möglichkeiten, Bienenwachstücher selbst herzustellen:

1. Backofen auf ca. 100 Grad vorheizen
2. Stoffe in die gewünschte Form und Größe zuschneiden
3. mit Backpapier das Backblech auslegen, die Stoffe darauf
4. mit der Reibe Wachsflocken auf die Stoffe reiben und verteilen
5. das Backblech in den Backofen schieben und die Wachsmischung schmelzen lassen
6. evtl. mit einem breiten Pinsel noch besser verteilen
7. vorsichtig die heißen Stoffe vom Blech nehmen und an einer Leine kurz abkühlen lassen

oder

1. Stoffe in die gewünschte Form und Größe zurechtschneiden
2. eine Lage Backpapier auf das Bügelbrett legen, den Stoff darauflegen
3. mit der Reibe Wachsflocken auf die Stoffe reiben und verteilen
4. eine zweite Lage Backpapier darüber
5. Stoffe bügeln, das schmelzende Wachs lässt sich so gut verteilen
6. fertige Bienenwachstücher kurz über einer Leine abkühlen lassen

Das benutzte Backpapier lässt sich beim nächsten Mal wiederverwenden. Die Reibe kann man mit heißem Wasser und etwas Spülmittel säubern.

Fotos u. Quelle: Immenstube

*Anzeige (unbezahlt)

CamperEscape mit Van Rudi

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CamperEscape mit Van Rudi

Das Leben im Bus ist derzeit ein absoluter Trend. Auf der ganzen Welt werden derzeit Busse ausgebaut, verschönert und es wird geschraubt und gebastelt. Viele träumen davon länger mit ihrem Fahrzeug unterwegs zu sein und die Welt zu entdecken. Marie Rothe von CamperEscape führt dabei etwas ganz besonders im Schilde und spätestens nach der Erwähnung des Namens, könnt ihr euch sicherlich schon ausmalen worum es geht.

Marie hat ihren Bus Rudi zu einem Escape-Room bzw. -Van mit ihrem Vater in vielen Stunden gemeinsamer Arbeit umgebaut. Rettungswagen Rudolph ist ein Ford Transit mit Baujahr 1992. Seine Besitzerin Marie trägt mit dem Jahr 1994 fast das gleiche Baujahr wie ihr Van Rudi. In liebevoller kreativer Detailarbeit kreierte sie ihren Bus zu einem mobilen Escape-Game um. Zwei bis drei Personen können sich in 25- oder 55-Minuten an Rudi und seinen Rätseln versuchen.

Anfang September startet Marie gemeinsam mit ihrem Mann Tarik und Rudi ihre Deutschlandtour – jetzt habt auch ihr die Gelegenheit Rudi mal zu beschnuppern! Um zu wissen wo sich die drei aktuell aufhalten, erfahrt ihr über Instagram. Falls ihr nicht warten möchtet, könnt ihr Rudi auch exklusiv für Hochzeiten, Veranstaltungen oder für ein außergewöhnliches Date buchen!

Seit wann gibt es CamperEscape und wie bist du auf die Idee gekommen deinen Bus als Escape-Game umzubauen?

Marie: „Im Oktober 2017 habe ich beschlossen meine Wohnung zu kündigen und einen Bus zu kaufen. Im Januar 2018 stand dann die erste Bus-Besichtigung an und Rudi wahrhaftig vor mir. Es war Liebe auf den ersten Blick und dank originaler Krankentransportwagenausstattung einiges an Arbeit weniger, als beim herkömmlichen Sprinter. So wurden noch am selben Tag Nägel mit Köpfen gemacht und nicht einmal zwei Stunden nach dem Termin erhielt Tarik meinen Anruf „Ich habe ein Auto!“. Im Mai darauf starteten wir unsere erste gemeinsame Tour in die Dolomiten mit der frisch ausgebauten Freiheit auf vier Rädern.

Im Sommer 2018 reiste ich für drei Monate durch Indonesien und Australien, während ich Rudi vermietete und er vielen tollen Menschen eine entspannte Camperreise bescherte – mein erstes passives Einkommen. Als Unternehmerin denke ich kreativ in alle Richtungen und so sind die Ideen nur so gesprudelt.

Eigentlich sollte Rudi über den Winter als AirBnB Geld verdienen. Sicher eine coole Sache, aber in Berlin findet sich nicht einmal für normale Autos eine Garage, geschweige denn eine mit drei Meter Höhe. Wieder ein paar Mal um die Ecke gedacht und die Idee von CamperEscape war geboren.

Als Kind habe ich mir von Mama zu jeder Gelegenheit eine Schnitzeljagd gewünscht und so sind wir damals mit allen Freunden am Geburtstag oder zum Kindertag durch die Landschaft gestrolcht, haben Hinweise gesucht, Rätsel gelöst und am Ende sogar einen Schatz gefunden. Dabei waren wir auch noch die ganze Zeit draußen!

Ein Escape-Game in Rudi ist im Grunde nichts anderes. Mit unseren Rätseln schicken wir unsere Abenteurer auf Entdeckungs- und Camperreise, eine kleine Flucht vom Alltag und am Ende finden sie dann den größten Schatz: ihre Freiheit. Über den Winter wurde also getüftelt, überlegt und gebaut und Anfang des Jahres 2019 sind wir mit einigen Tests langsam gestartet. Seit März machen wir ganz offiziell kleine und große Abenteurer glücklich.“

Wie kann man sich ein Escape-Game in einem Bus vorstellen? Wird es da nicht ziemlich warm drin?

Marie: „Ja, als im Hochsommer drei große Jungs in der prallen Sonne parkend gerätselt haben, kam dezente Saunastimmung auf. Alle haben herrlich gelacht, als die Tür endlich aufging – auch ein Ansporn den Rekord zu schlagen. Tatsächlich ist Rudi vor allem über Herbst, Winter und Frühling beschäftigt – ein kuscheliger, gemütlicher Ort um ein geniales Erlebnis zu sammeln und am besten mit einem lieben Menschen zu teilen – ob nun auf der Hochzeit, der Weihnachtsfeier oder als Datingidee.

Im Frühling sollen dann schon neue Autos nachfolgen, nicht zu vergessen das Netzwerk mobiler EscapeGames, das wir zusammen mit Deutschlands genialer VanlifeCommunity aufbauen wollen. Diese Autos sind dann mit Klimaanlagen oder Ventilatoren bestens für warme Sommertage gerüstet, während Rudi uns weiterhin unsere eigenen Touren ermöglichen soll.“

Wühlen die Teilnehmer dann auch in deinen privaten Sachen oder sind diese separat verpackt?

Marie: „Nein nein, alles ist bestens markiert – was vor allem den Rätslern zu Gute kommt. Nicht dass sie verzweifelt in Tariks Socken nach einem Hinweis suchen und dabei doch nur wertvolle Minuten verschwenden. Für den Aufbau dieser Unternehmung hatten wir unsere Homebase in Berlin, wo wir die meiste Zeit gewohnt und natürlich auch unsere wenigen Besitztümer gelagert haben.“

Was macht ein gutes Escape-Game aus?

Marie: „Für mich ist es der Spaß und das zusammenschweißende Erlebnis mit Freunden, den Kids oder dem Partner. Den meisten Spaß haben wir selbst, wenn die Rätsel abwechslungsreich sind, also logischer, motorischer und interaktiver Art. Noch eine Prise Vanlifegefühl, Natur und Abenteuer beigemischt und wir haben ein CamperEscape-Spiel, auf das wir stolz sind.“

Diese 3 Dinge sind immer mit dabei:

Beim Reisen:
– genug Wasser
– gute Musik und Märchenkassetten
– meine Klimmzugstange

Bei CamperEscape:
– Ersatzschlösser
– Magnete
– die originalen, blauen Abdeckkappen für die Blaulichter. Man weiß ja nie, wann man mal auf ein Privatgrundstück kommt um zu zeigen, was der alte Krankentransporter noch so kann – um nicht zu viel zu verraten

Fotos: Marie Rothe, CamperEscape

Zurück daheim

Personal

Zurück daheim

Am siebten Juni hatte ich meinen letzten Arbeitstag. Gleich einen Tag später machten Martin und ich uns auf den Weg durch Deutschland, Dänemark und Schweden, um nach Norwegen zu reisen. In Summe war ich 2,5 Monate unterwegs. Zu Beginn mit Martin und zwischendrin kamen mich meine Eltern einzeln auf meiner Reise besuchen. Ich habe mit ihnen zuvor noch nie alleine Urlaub gemacht. Ab und zu verbrachten meine Mutter, meine Schwester und ich ein gemeinsames langes Wochenende miteinander, aber zu zweit bzw. mit nur einem Elternteil war ich höchstens mal am Wochenende alleine daheim.

Für ein paar von euch mag sich das jetzt vielleicht ein wenig ungewohnt anhören. Vielen denen ich davon erzählt habe sagten mir, dass sie es keine Woche mit den Eltern im Urlaub aushalten würden. Ehrlich gesagt, war ich auch sehr gespannt auf die Zeit und bin wirklich überrascht wie schön und entspannt diese Zeit zusammen doch war. Als Erwachsener alleine mit nur einem Elternteil zu verreisen ist nochmal ein ganz anderes Erlebnis, als die gemeinsamen Campingurlaube oder Mädelswochenenden zuvor. Wir haben viele gute Gespräche geführt, die man ab zwei Personen aufwärts sonst so nicht hätte führen können und wir in dieser Intensität auch noch nicht geführt haben. Es war eine tolle und einmalige Zeit, ich habe ehrlich gesagt viel über meine Eltern und vor allem auch über mich gelernt. Ich kann es nur jedem ans Herz legen hin und wieder auch seine Abenteuer mit seinen Eltern zu teilen solange man das noch gemeinsam machen kann.

Eigentlich habe ich wirklich gedacht, dass ich auf der Reise durch Skandinavien viel mehr Zeit zum schreiben habe. Vielleicht hatte ich diese hier und da sogar auch, aber ich fand es einfach großartig nur in seiner eigenen kleinen Welt bzw. Bus zu leben und diese Reise zu genießen. Dafür habe ich es tatsächlich geschafft ein paar Seiten meiner Buchidee auf digitales Papier zu bringen. Wer weiß ob es jemals fertig wird, aber alleine schon ein paar Seiten davon geschrieben zu haben, fühlt sich richtig gut an.

Auch wenn sich das jetzt ein wenig nach Luxusproblemchen anhören mag, aber alleine zu reisen kann manchmal ganz schön anstrengend sein. Dabei ist es nicht das alleinige fahren was das Ganze manchmal so anstrengend macht, sondern dass man alle Entscheidungen alleine treffen muss/darf. Was esse ich, was mache ich heute, wo schlafe ich und kann ich dort auch als Frau alleine stehen? Wo finde ich eine passable Waschmaschine und reichen die Sonnenstunden heute um meine Unterwäsche trocken zu bekommen? Wie komme ich hier in der Pampa jetzt noch an 10SEK um zu duschen, wenn ich doch sonst jeden Krümel mit der Kreditkarte zahlen kann? Ja, es hört sich ein wenig nach Mittelalter an. Bei langen Reisen mit dem Bus stellt der Alltag einen schon vor so manche Herausforderung. Es gibt immer etwas zu tun. Man kramt sich vor allem im Bus dumm und dämlich und muss das auch einfach mögen. Baut man das Bett zu früh um, kommt man nicht mehr an die Kekse im unteren Regal. Vergisst man seine frische Unterhose aus der Wäscheschublade aus dem Kofferraum zu nehmen, darf man vielleicht nochmal im Regen raus. Die selbstverständlichen Gegebenheiten einer Wohnung weiß man nach so einer Reise wirklich wieder richtig zu schätzen. Die Freude auf die eigene Dusche, WC und Waschmaschine ist groß – vor allem das alles in 10m Entfernung zu haben.

Ich bin in den letzten Monaten insgesamt 11.184 Kilometer gefahren. Diese Zahl werde ich wohl nicht so schnell vergessen. Noch nie zuvor ist mein Trip-Kilometer-Zähler im Bus nach dem 9.999sten Kilometer wieder zurück auf Null gesprungen.

Ich habe unzählige Wälder, Seen und Wasserfälle gesehen, durfte die schönsten Gletscher der Welt anschauen, weiß wie es jetzt ist mitten in der Pampa einen Platten zu haben bzw. gleich vier neue Reifen zu brauchen und dass es immer und immer weitergeht – auch wenn es zuerst nicht danach ausschaut. Mir liefen unzählige Rentiere über den Weg, ich durfte in fremde Kulturen eintauchen, Ruhe genießen, Seeadler beobachten, im Fjord baden, habe „Schwedenrot“ bzw. Falunrot in Falun gekauft und mich durch alle Städte die auf meinem Weg lagen gefahren, sondern habe auch kulinarisch durch sie gefuttert.

Diesen Text hier verfasste ich bereits im Store Mosse Nationalpark in Schweden auf einem Wanderparkplatz. Daheim lag gefühlt einen Steinwurf entfernt und ich hatte einfach das Bedürfnis mich auf die Heimreise zu begeben. Was jetzt kommt ist allerdings noch offen. Ich habe mir auf meiner Reise so viele Gedanken gemacht, dass ich meine anfänglichen relativ klaren Gedanken in meinem Kopf nochmal unbefangen und zurück ins Ideen-Meer geworfen habe. Aber ich bin gespannt und halte euch auf dem laufenden. Ich genieße jetzt erst mal den Luxus eines eigenen und nach persönlichen Standard hygienisch reinen Badezimmer, freue mich darauf nicht schon für meinen ersten Kaffee eine Yogastunde absolvieren zu müssen, genieße den Duft von frisch gewaschener Wäsche und freue mich darauf einfach mal nicht im Auto zu sitzen. Obwohl die frische Luft, das schreien der Mövchen, das rauschen der Wasserfälle (was sich ziemlich oft auch mal nach stark befahrener Autobahn anhören kann) und mir dicke buttertriefende Zimtschnecken jetzt schon etwas fehlen!

Bulli Wilma

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Bulli Wilma

Sehr wahrscheinlich hat jeder von euch bewusst oder unbewusst schon mal ein Bild von Daniel auf Instagram gelikt, vorausgesetzt ihr treibt dort euer Unwesen. Daniel ist Fotograf mit einer Vorliebe zur Outdoor-Fotografie und unter anderem Mitglied der Germanroamers-Gang. Das sagt euch nichts? Sie sind so etwas wie die Backstreet Boys der Outdoor-Fotografie in Zeiten von Instagram. Zusammen mit seiner zauberhaften Freundin Natascha, die sich neben ihrem Jobs als Media-Designerin mindestens genauso gerne draußen in der Natur rumtreibt und Bulli Wilma mit ihrer Liebe zum Detail und zu Farben aufhübscht. Mit der Hilfe der Camperfaktur von Bettina und Sönke, haben die beiden einen VW T5, Baujahr 2004 zu ihrem gemütlichen zu Hause umgebaut.

Den Sommer über machten die beiden mit Wilma Skandinavien unsicher, trafen auf Rentiere, schwammen in einsamen Seen, wanderten und genossen gemeinsam die langen Tage und angenehmen Temperaturen im hohen Norden. Umso mehr freu ich mich, dass sich die beiden ein wenig Zeit genommen haben um mir ein paar Fragen zu beantworten.

Euer neues zu Hause sieht wirklich sehr gemütlich aus. Wie lange hattet ihr die Idee von „Wilma“ schon im Kopf? Und wie lange hat dann die Umsetzung bzw. der Ausbau gedauert?

Natascha: „Die Idee von Wilma gibt es seit knapp zwei Jahren. Mein Stiefvater ist seit einem Jahr in Pension, schraubte schon immer gerne an seinem Wohnmobil rum und suchte eine sinnvolle Beschäftigung die er jetzt nachgehen könnte. Zusammen mit meiner Mutter gründeten beide die Camperfaktur. „Wilma“ war ihr Pilotprojekt. Mittlerweile planen sie den individuellen Camperausbau auch anderen anzubieten.

Spätestens nach meiner Madeira-Reise in einem T3 Camper im Jahr 2018 stand fest, dass ein Bulli her muss. Die Suche nach einem geeigneten Auto war für uns das zeitintensivste. Jedoch landeten wir einen Glücksgriff in Frankfurt und die eigentliche Planung und der Ausbau lief mit der Camperfaktur nebenher. In Summe suchten wir sechs Monate nach einem geeigneten Bulli. Drei Monate brauchten wir für den Ausbau.“

Eure Küche befindet sich ja sozusagen hinten am Kofferraum. Habt ihr auch die Möglichkeit drinnen zu kochen? Oder geht es einfach bei Wind und Wetter immer nach draußen?

Daniel: „Wir haben einen mobilen Gaskocher mit zwei Flammen, den wir draußen und drinnen nutzen können. Am liebsten kochen wir draußen am Schwerlastauzug. Das klappt durch die Heckklappe auch bei den meisten Wetterverhältnissen echt gut. Nur bei ganz schlechtem Wetter oder extremen Wind würden wir drinnen kochen, das ist aber eher die Notlösung.“

Eure letzte Reise ging durch Skandinavien. Wie lange wart ihr unterwegs? Was waren eure Reiseziele?

Natascha: „Wir waren von Ende Juni bis Ende Juli unterwegs – in Summe knapp fünf Wochen. Unser Hauptziel war der Norden Norwegens, also die Inselgruppen um Sommarøy, Senja und Lofoten. Beim Weg hoch haben wir uns relativ viel Zeit gelassen und sind gemütlich die Inslandsvägen in Schweden gefahren. Anschließend haben wir noch einen kleinen Schwenker durch Finnland nach Norwegen gemacht. Nach den Inseln im Norden ging es langsam durch Mitte Norwegen zurück – über ein paar abgelegene Atlantikinseln und schließlich in den Süden, wo es über Dänemark wieder heimwärts ging.“

Auf Instagram habe ich gesehen, dass ihr auf den Lofoten oft zur Mitternachtssonne und später noch in den Bergen unterwegs wart. Ging es dann gleich am nächsten Tag weiter oder wurde vormittags erst mal geschlafen?

Daniel: „Ja, wir haben unseren Schlafrhythmus komplett auf den Kopf gestellt und waren teilweise bis sechs Uhr morgens wach bzw. kamen um die Uhrzeit oft erst von einer Wanderung zurück. Geschlafen wurde danach. Dann gab es Tage an denen wir um 14 Uhr frühstückten und um 20 Uhr mittag aßen. Das war der beste Weg um ausgiebig die schönen Lichtverhältnisse nutzen zu können.“

Wer ist auf den Namen Wilma gekommen und hat er eine besondere Bedeutung?

Daniel: „Natascha kam auf den Namen. Ihre Großtante Wilma ist mittlerweile 95 Jahre alt und ein absoluter Familienliebling. Wir hoffen, dass unser Bulli mindestens genauso lange durchhält. ;)“

Hat sich euer Busausbau schon bewährt oder habt ihr gemerkt, dass noch Kleinigkeiten fehlen?

Beide: „In Summe hat alles so funktioniert wie wir uns das vorgestellt haben. Wir sind aber um ein paar Dinge schlauer geworden, die man erst beim reisen bemerkt. Die Punkte stehen auch schon auf der Packliste für den nächsten Trip. Zum Beispiel haben wir vor dem Trip eine Billigdusche gekauft und herausgefunden, dass wir den See oder eine Gießkanne bevorzugen. Diese Dusche hat absolut nichts getaugt. Da unser T5 leider nicht das beste Licht hat ist in Zukunft eine LED-Bar am Dachträger geplant. Diese haben wir für die hellen Tage in Skandinavien diesen Sommer jedoch noch nicht gebraucht.“

Was vermisst ihr am meisten auf Reisen im Bus?

Natascha: „Eigentlich nichts. Wir haben echt nichts vermisst auf diesem Trip, da wir durch die Solaranlage und die Batterie auch immer unseren Laptop, Kamera, Handy usw. aufladen konnten.“

Euer absolutes Bus-Lieblingsgericht:

Daniel: „Pasta Pesto mit Lofoten-Fishburger-Patties und frischen Tomaten.“

Diese 3 Dinge dürfen in keinem Bus fehlen:

Beide: „Solaranlage und Batterie, die Standheizung – Natascha ist eine Frostbeule, genügend Fenster für frische Luft und Helligkeit.“

Fotos: Natascha, Daniel Ernst, Bulli Wilma

Cinnamon Rolls

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Cinnamon Rolls

Es ist zwar nicht das weltbeste Rezept für Zimtschnecken, aber schon ziemlich nah dran! Die wirklich aller leckerste Zimtschnecke habe ich in Unstad im Arctic Surf Camp gegessen. Das Rezept auf dem Foto stammt aus Å i und ist die Stadt mit dem kürzesten Namen weltweit. Das örtliche Freilicht- und Fischereimuseum beinhaltet auch eine kleine alte Bäckerei. Auf der Einpacktüte haben sie freundlicherweise das Rezept gedruckt. Eine tolle Idee! Viel Spaß beim backen!

Was ich gelernt habe

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Was ich gelernt habe

Nach sechs Wochen im Bus und auf Reisen, hat man reichlich Zeit sich über alle möglichen Sachen Gedanken zu machen. Damit ich all die Dinge die ich gelernt habe oder mir wichtig sind nicht vergesse, habe ich mich vor ein paar Tagen an einen super schönen alten Tisch am See in Nord-Schweden gesetzt und angefangen alles aufzuschreiben. Ruckzuck waren drei Seiten gefüllt. Nachdem ich euch davon auf Instagram erzählt habe, kam die Bitte die Liste mit euch zu teilen. So, nun habt ihr den Salat. Ein paar Punkte scheinen mir etwas kitschig im Nachhinein, aber hej so ist das Leben.

  • …das ich nicht viel brauche
  • …man nie alleine sein muss, wenn man nicht möchte
  • …ich mich auf zu Hause freue
  • …und dort den besten Freund, Familie & Freunde habe
  • …es in Norwegen eindeutig die weltbesten Zimtschnecken gibt
  • …ich Kälte auch im Sommer mag
  • …und es nach der Kälte umso schöner ist Barfuss zu laufen
  • …es unendliche Wälder gibt
  • …und mindestens genauso viele Seen
  • …angeln 🙂
  • …es in Deutschland nun wirklich das beste Brot gibt
  • …ich 80km/h auf allen Straßen zu fahren super finde
  • …dass ein Elch bis zu 800kg schwer werden kann
  • …die Gelenke von Rentieren knacksen, wenn sie laufen
  • …es unendlich viele Arten von Regen gibt
  • …ich gerne einen Hund als Reisebegleiter hätte
  • …und ich meine Katze ein wenig vermisse
  • …dass ich hin und wieder alleine reisen muss
  • …und es mit Begleitung viel schöner ist
  • …die Reise auch mit 4Platten Reifen weitergeht
  • …man wirklich überall in Norwegen Empfang u. Internet hat
  • …ich gerne den Kungsleden laufen möchte
  • …ich frische Luft liebe
  • …dass Gletschereis blauer als blau ist
  • …dass die Mitternachtssonne ein einmaliges Erlebnis ist
  • …dass man im Wald auch gar nichts hören kann
  • …dass das mit den Mücken in Schweden u. Norwegen halb so wild ist
  • …ein Lächeln und ein „Danke“ in der Landessprache Wunder bewirken können
  • …ich meinen Job loslassen konnte und ich mich nicht darüber identifiziert habe
  • …ich gerade alles richtig mache
  • …ich Riebel liebe!
  • …und alte Badezimmerkacheln auf Campingplätzen
  • …Moos & Baumbärte wunderbar großartig sind
  • …im Bus einfach gar nichts niemals nie trocknen kann
  • …meine Porta Potty „Harry Porter“ Gold wert ist
  • …es auch auf langen Reisen einen Alltag gibt
  • …das ich gerne die richtigen Worte für die Reise und die Natur finden würde
  • …und mir vornehmen möchte Dinge laut aus- und anzusprechen
  • …vor allem die lieben Dinge
  • …dass man 4Tage nur mit Katzenwäsche auskommen kann
  • …dass ich es toll finde im Ausland in Supermärkte zu gehen, nur um zu stöbern
  • …ein Scheuerschwämmchen beim Camping unerlässlich ist
  • …ich alleine für die Art & Weise mein Leben zu gestalten verantwortlich bin
  • …der Trend zum Dritthund geht
  • …Kopenhagen für mich bis jetzt die schönste Stadt ist, in der ich je war
  • …ich Stadtleben max. 3/4 des Tages ertrage
  • …ein Sonnenaufgang und ein Sonnenuntergang gleichzeitig stattfinden kann
  • …ein „Smörgasgurka“-Glas mit vertrockneten Blumen wunderschön sein kann
  • …ich wieder öfters Dreck unter den Fingernägeln und an den Füßen haben möchte
  • …dass das hier ein kleiner Liebesbrief an mich ist
  • …sich Tannenzapfen prima zur Fußmassage eignen
  • …fahr weiter, wenn es kein schöner Platz ist. Der nächste kommt.
  • …und man es so mit allem im Leben machen sollte
Die Sache mit dem Internet

Personal

Die Sache mit dem Internet

2006. Marcel kam auf mich zu und fragte mich, ob ich eine Art Kolumne für seinen damaligen Blog „Tokyopunk“ schreiben möchte. Das Thema durfte ich mir aussuchen. Ich glaube mein allererster Text den ich „fürs Internet“ geschrieben habe, handelte vom kleinen Prinzen und darüber wie er die Welt sah. Ich bin an den Text herangegangen als würde ich einen Aufsatz schreiben, weil ich einfach nicht wusste was freies Schreiben war. In der Schule lernte ich nicht wie man seine Gedanken seiner Umgebung mitteilt, wie man Dinge durch das Schreiben verarbeiten oder den Tag und sich selbst reflektieren kann und das nicht für den Lehrer, sondern für sich selbst zu tun.

Erst nach und nach, war es für mich zu einer Art digitalem Tagebuch geworden. Zu etwas, mit dem ich selbst auch etwas anfangen konnte. Etwas was ich für mich tat. Und damit war ich nicht alleine. „Damals“ so bekloppt sich das auch anhören mag, als es das Wort „Blog“ oder „Influencer“ noch gar nicht gegeben hatte, war ich auf dem besten Weg einer davon zu werden. Und da war nicht nur ich, da waren ganz viele andere ehrliche Schreiberlinge mit großartigen Texten, Meinungen und Ideen da draußen. Marcel und ich trafen zuerst mit Tokyopunk und später mit AMY & PINK den Nerv der Zeit. Den Zeitgeist der digitalen Natives und formten damit ganz unbewusst eine ganze Generation die „erste Blogger“ Generation sozusagen. Abgefahren.

Wir wussten zwar nicht was wir da genau taten, aber wir taten es laut und fanden Gehör. Wir hatten auf ein mal die Möglichkeit uns durch eine neue Art und Weise mitzuteilen. Wir, die sich alleine im Jugendzimmer Gedanken über die Welt gemacht haben und es nicht für möglich hielten, dass es da draußen ganz vielen ähnlich geht. Wir, die nichts voneinander wussten, am anderen Ende von Deutschland oder der Welt saßen. Das was heute so selbstverständlich und normal geworden ist, war für mich damals so besonders. Aus meiner kleinen Blase im Jugendzimmer konnten wir unsere Meinung in die Welt rufen. Und so schrieben wir, wir chatteten, schrieben uns Mails, Nachrichten bei ICQ. Wir kommentierten Texte unbefangen und positiv, ehrlich und tauschten uns einfach aus und das natürlich alles komplett konzentriert und bedacht, denn jede Sekunde kostete Geld.

Das Internet war kein Ort der Angst oder des Mobbings. Mobbing passierte bei uns an der Bushaltestelle. Wir mussten demjenigen noch in die Augen schauen, wenn wir jemanden Banane fanden und damit auch zurechtkommen wenn sich diese mit Tränen füllten. Laptop einfach zuklappen gab es nicht.

Es gab keine Trolle, wir waren ein Team. Ein Team aus vielen jungen Erwachsenen zu denen ich heute noch viele Jahre später Kontakt habe oder sie sogar kennenlernen durfte. Wir inspirierten uns gegenseitig. Keiner von der ersten Blogger Generation, hatte gewusst, welchen Hype das Internet in den nächsten Jahren bekommen würde. Welchen Stellenwert und Einfluss Blogger haben könnten. Das dies der Anfang von einem kompletten Wandel war. Hallo Globalisierung, hallo Remote-Jobs, hallo Internet, Smartphones, Apps & Co. hallo, hallo, hallo!

Es gab noch kein Instagram, noch kein Snapchat, Facebook auch nicht. Wer einigermaßen cool war, hatte myspace – naja für eine Gewisse Zeit oder hat sich mit beepworld und freenet irgendwie seine eigene Internetseite gebastelt. Und heute, möchten Kinder Modeblogger werden wenn sie groß sind oder Youtube-Star, Fashionista, Vlogger, Creator oder was es sonst noch so gibt. Und das ist auch ok. Es ist für alle ok. Du musst kein Superstar, Supermodel oder was weiss ich was sein. Du musst einfach nur etwas zu sagen haben.

Was ist dann passiert? Wir sind erwachsen geworden. Ein Teil dieser Generation hat diesen Aufschwung genutzt und daraus sehr wahrscheinlich sogar unbewusst und ungewollt zu ihrem Job gemacht. Blogs wurden zu Onlinemagazinen, zu Marken. Andere sind wiederum ausgestiegen haben angefangen zu arbeiten, studiert, eine Lehre gemacht. Das was man eben regulär nach der Schule gemacht hat. Das was sich gehört, das was man kannte.

Ehrliche Texte fanden immer weniger Gehör.  Die Authentizität ging verloren. Ich für meinen Teil fand immer weniger Zeit. Aus dem Internet mit Ecken und Kanten sind glattgebügelte Selfies mit Filter geworden. Weitere Hochglanzbilder auf denen alles so gut ausschaut, so perfekt, so glatt, so einfach, so gar nicht realistisch.

Nach und nach haben wir dann dadurch das Internet zu dem werden lassen was es heute ist. Wir haben es zum Teil verkommen lassen, weil die Stimmen die wirklich etwas zu sagen haben leiser wurden oder verloren gingen. Wir haben selbst den Weg frei gemacht für die Trolle da draußen, für Mobbing, für Bananenkommentare die man einfach so irgendwo anonym drunter knallt.

Warum bloggt man eigentlich?

Alle haben das gefragt und eine richtig schlaue Antwort fällt mir leider erst jetzt ein. Es ist eine Art Philosophie, vielleicht auch Kunst. Man beschäftigt sich mit Themen und verpackt diese in einen Text, man bündelt Informationen, stellt sie online und wartet auf eine Reaktion. Darauf, dass man Gehör findet, darauf dass sie einen Teil der Gesellschaft widerspiegeln um eine Art Sprachrohr zu sein für alle die nicht den Mut haben die Dinge zu sagen, die ihre Gedanken nicht aufs Papier bringen können. Es ist wie ein Gespräch mit Freunden oder eine Art Reportage über persönliche Gedankengänge. Eigentlich das, was alle Medien tun. Jeder Film, jede Serie, jeder Artikel in der Zeitung, jedes Buch. Das Denken wird angeregt, eine eigene Meinung entsteht und man wird zum träumen eingeladen, inspiriert, in eine andere Welt entführt, animiert oder einfach nur unterhalten.

Als ich vor ein paar Wochen die About You Awards angeschaut habe, habe ich mich geschämt. Das Internet kann mehr als „Influencer“ erschaffen, die es nicht verstehen, dass sie mit den About You Awards einfach nur auf Dauerwerbesendung geschaltet sind. Aber klar, natürlich ist das sehr verlockend und ich wäre sehr wahrscheinlich selbst auch schwach geworden, damit ich Cro mal über seine Pandanase streicheln kann. Das ein Unternehmen sogenannte Influencer-Awards verleiht, ist bezeichnend für eine Social-Media-Generation die mit Werbung verschmilzt und es noch nicht ein mal mehr mitbekommt. Das Internet hat mehr auf dem Kasten. Es handelt sich hierbei um keine representative Stichprobe und deswegen beschäftigt mich das Thema wohl auch. Nur wer laut ist, viele Follower hat und/oder einen flachen Inhalt, ist nicht automatisch Preisträger. Schon gar nicht unter dem Deckmantel der Konsumgesellschaft eines Online-Versandhandels. Natürlich schreibe ich diese Worte überspitzt und ich hoffe die Meute von Komikerin Enissa irgendwer wird mir nicht auf den Hals gehetzt, aber allein das ist doch schon absoluter Käse, dass es zu so etwas gekommen ist.

Das geschriebene Wort im Internet wurde schon von Anfang an belächelt. Print ist tot, es lebe Print! Blogs sind tot, es lebe der Blog! Es war immer ein blödes gegeneinander, nie ein wirkliches miteinander.

Es sind die leisen Stimmen mit gutem Inhalt, die das Internet verzaubern. Die mit dem langen Atem und ich frage mich wo denn die authentischen jungen Stimmen unserer Generation, unserer vorherigen Generation und unserer nachfolgenden Generation geblieben sind? Die, die außerhalb jeglicher Werbeslogans wirklich etwas zu sagen haben. Manchmal habe ich das Gefühl das Zeitalter des geschriebenen Wortes ist vorbei. Zu groß ist die Versuchung nach schnellen, billigen, leichten „Content“ der über Stories, Vlogs & Co. so dermaßen schnell inhaliert werden kann, als würde man sich eine Line Koks reinziehen und den gleichen Effekt hat es sehr wahrscheinlich auch.

Vielleicht ist es auch das Ergebnis, dass die Menschen die wirklich etwas zu sagen haben Jahre lang hinter jedem Praktikum, Studium und Job hergelaufen sind und das Online-Feld einer anderen Generation überlassen haben. So haben wir uns ein weiters Hochglanzmagazin geschaffen, auf dessen Cover absurde Figuren tanzen, die es so in der Welt vermutlich überwiegend so gar nicht gibt und die authentischen Darsteller sind in der Nebenrolle gelandet. Wir haben Blogger & Co. zu weiteren künstlichen Vorbildern gemacht, die wir so doch gar nicht wollten. Jetzt sehen wir sie nicht nur in Magazinen, sondern wir sehen sie gleich schon in der Früh in den „Stories“ und damit einhergehend wie perfekt sie schon morgens um 6Uhr aussehen.

Das Internet war mal voll von inspirierenden Menschen, echten Menschen da draußen. Was beschäftigt unsere Generation, wo ist der Austausch untereinander. Hilfe! Kann mich jemand hören? Wo sind die echten Instagram-Muttis? Die mit den Depressionen, mit den vollgekotzten Pullovern, mit ihren Ängsten keine gute Mutter zu sein, die mit den Augenringen, mit dem fettigen Ansatz, die mit den dreckigen Fußböden, weil man nicht zum staubsaugen kommt? Die mit den Wohnungen die nicht aussehen wie aus einem skandinavischen Einrichtungsstudio, dort wo nicht alles aufeinander abgestimmt ist, dort wo nicht nur Luxusstrampler liegen? Ich rede hier nicht von #nomakeup ich suche das echte Leben.

Wo sind die echten Modejunkies, die sich nicht in einen Katalog pressen lassen, die ihren eigenen Stil haben? Wo sind die Menschen die auch noch wirklich einen Berg hoch laufen oder auch wirklich draußen zelten und sich nicht nur zurecht gemacht irgendwo hinsetzen um ihr nächstes schönstes Outdoorfoto posten zu können?

Ich bin mir sicher, dass es diese Blogs bzw. Social-Media-Kanäle da draußen noch gibt und zwar reichlich davon. Bitte werdet lauter!

Wann haben wir eigentlich das Internet zu dem gemacht was es heute ist? Wann habe ich das Internet zu dem gemacht was es heute ist.

Durchatmen

Personal

Durchatmen

Am Samstag den 8ten Juni haben wir uns auf die Reise gemacht. Wir starteten an einem unserer absoluten Lieblingsplätze: auf der Insel in Lindau. Am Hauptbahnhof trafen wir uns mit Sabine und Freddy, zwei Mitfahrer die unseren ersten Streckenabschnitt nach Hamburg über Blablacar gefunden haben. Ein super Abenteuer gleich zu Beginn mit vielen guten Gesprächen, ließ uns die lange Autofahrt deutlich kürzer erscheinen.

Sabine, mit ihren fast 50Jahren, die nicht älter wie 40 aussah besuchte ihren Mann hoch oben an der See, da er in einer Werft arbeitet. Eine Hippie-Dame aus vergangenen Tagen die es liebt zu Reisen, ganz nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“. Freddy mit seinen 23Jahren hatte wohl deutlich mehr Geschichten zu erzählen und Lebenserfahrung als die restlichen drei Mitfahrer zusammen. Geboren in Paraguay kam er später über einen kleinen Umweg durch Italien nach Österreich. Er frisierte, laut seiner eigenen Aussage, alle Prostituierten in Mailand, bevor sie sich auf den Weg in die Arbeit machten. Im Urlaub hat er jemanden kennengelernt, den er jetzt spontan besuchen wollte. Wir waren sozusagen mit dem Amormobil unterwegs. Im Auftrag der Liebe gen Norden!

Auf unserem Weg kamen wir auch in den Stau, den wir gekonnt umfahren wollten. Wir fuhren so wild über Stock und Stein, dass man hätte annehmen können Norwegen liegt bei uns gleich (fast) vor der Haustüre.  Gut, dass unsere Mitfahrer so geduldig mit uns waren.

Die ersten Tage verbrachten wir bei meinem Bruder und seiner Familie in Hamburg. Mit der Familie in den Urlaub zu starten tut immer gut um ein wenig runterzukommen. Wir grillten, spielten mit den Kids, ich baute seit Jahren mal wieder eine Sandburg und wir gingen rutschen. Schnell kann man so durch den komplett anderen Alltag Abstand vom eigenen Leben gewinnen.

An Pfingstmontag ging es weiter nach Dänemark. Kopenhagen war unser nächstes großes Ziel. Am Rande der Stadt, dennoch fußläufig ins Zentrum, fanden wir einen Womo-Parkplatz. Kopenhagen ist wohl einer der schönsten Städte auf diesem Planeten Erde für mich. Eine Stadt die groß ist und dennoch so gemütlich und grün erscheint. So schlenderten wir unbemerkt einfach mal 15km durch die Stadt und verirrten uns dabei natürlich auch auf die Pusher Street, in der ich kurz mal recht orientierungslos dreinblickte, da ich darauf irgendwie nicht gefasst war.  Die Nacht war ruhig, bis uns in der Früh ein leichtes Gewitter, gefolgt vom Flugverkehr weckte.

Den darauffolgenden Tag verbrachten wir größtenteils im Auto und fuhren durch Schweden nach Norwegen. Konstant regnete es fast die komplette Autofahrt, also nutzten wir einfach die Gelegenheit um Strecke zu machen. 50km vor Oslo machten wir dann in Drobak halt, einer kleinen Stadt gleich am Fjord gelegen.  Wir schlenderten Abends durch die Stadt und erkundeten alle norwegischen Lebensmittel & Co. ausgiebig im Supermarkt. In jedem Reiseführer steht ja geschrieben, dass Lebensmittel so teuer seien, vor allem Alkohol und das mit einem Schnäpschen oder Bierchen aus der Heimat schon so manche Freundschaft begossen wurde. So packten auch wir einen Obstler ein. Nach der ausgiebigen Preisanalyse im Supermarkt würde ich jedoch jedem empfehlen sich mit Schokolade einzudecken. Diese ist nämlich ebenfalls, im Verhältnis zu Preisen in Deutschland, teuer hier oben.  Unser Stellplatz für die Nacht lag gleich am Hafen mit Blick auf zahlreiche kleine Boote. Möwen quietschten im vorbeifliegen und das Wasser schlug im Takt der Wellen gegen das Holz der Boote. Fast schon etwas kitschig und zu schön um wahr zu sein.

Heute ging es dann weiter von Dobrak nach Oslo. Unser zweiter Städtetrip lag also vor uns. Oslo hat es in meinem Städteranking ganz schön schwer, nachdem ich auf den Geschmack von Kopenhagen gekommen bin. Trotzdem ist es eine sehr schöne und vor allem facettenreiche Stadt auch wenn es verdammt kalt und windig war.

Mittags ging es dann weiter Richtung Bergen, jedoch nicht auf direktem Wege. Wir fuhren zuerst auf der E16 und später auf der E7, bis wir in Nesbyen kurzerhand auf die 214 Richtung Geilo aufbrachen. Eine wirklich wunderschöne Strecke vorbei an vielen kleinen Seen. In Tunhovd fanden wir einen kleinen Campingplatz auf den wir jetzt stehen. Fußläufig vom Campingplatz erreicht man den Tunhovdfjorden an dem wir heute vergebens versucht haben einen Fisch zu fangen und das muss man erst mal in Norwegen schaffen. Zu unserer Verteidigung ist jedoch zu sagen, dass es leicht geregnet hat und wir, trotz unserer spontan „ausgeliehenen“ kleinen Nussschale mit nur einem Paddel nicht wirklich gegen den Wind anpaddeln konnten um weit auf den See hinauszukommen. So hab ich mir Norwegen vorgestellt. Viel wilde Natur, unzählige Seen und Einsamkeit. Man fühlt sich hier tatsächlich etwas freier, so alleine.

Es ist einfach verdammt ruhig hier oben und das genieße ich gerade wirklich sehr. Selbst das „schlechte“ Wetter ist super, es macht irgendwie den Kopf frei. Die Natur mit den ganzen Kiefernwäldern und Flechten und Moosen sieht auch komplett anders aus. Wir stehen hier alleine auf dem Campingplatz und man könnte meinen uns gehört gerade die komplette Welt. Eigentlich wollte ich ja mehr von mir hören lassen, mehr schreiben und auch mal die ein oder andere Situation auf Instagram mit euch teilen, aber es ist gerade so schön ruhig und es gibt immer etwas zu tun, dass ich das gerade komplett genieße und alles andere auch mal in den Hintergrund rücken darf.

Durchatmen, den Kopf frei bekommen, so wie ich es mir gewünscht habe. Es ist erstaunlich wie viel man an einem Tag erleben kann wenn man auf Reisen ist, wenn man sich nicht von unwichtigen Dingen wie Handy und Fernsehen ablenken lässt und wie klein manchmal der Alltag daheim sein kann.