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Bulli Wilma

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Bulli Wilma

Sehr wahrscheinlich hat jeder von euch bewusst oder unbewusst schon mal ein Bild von Daniel auf Instagram gelikt, vorausgesetzt ihr treibt dort euer Unwesen. Daniel ist Fotograf mit einer Vorliebe zur Outdoor-Fotografie und unter anderem Mitglied der Germanroamers-Gang. Das sagt euch nichts? Sie sind so etwas wie die Backstreet Boys der Outdoor-Fotografie in Zeiten von Instagram. Zusammen mit seiner zauberhaften Freundin Natascha, die sich neben ihrem Jobs als Media-Designerin mindestens genauso gerne draußen in der Natur rumtreibt und Bulli Wilma mit ihrer Liebe zum Detail und zu Farben aufhübscht. Mit der Hilfe der Camperfaktur von Bettina und Sönke, haben die beiden einen VW T5, Baujahr 2004 zu ihrem gemütlichen zu Hause umgebaut.

Den Sommer über machten die beiden mit Wilma Skandinavien unsicher, trafen auf Rentiere, schwammen in einsamen Seen, wanderten und genossen gemeinsam die langen Tage und angenehmen Temperaturen im hohen Norden. Umso mehr freu ich mich, dass sich die beiden ein wenig Zeit genommen haben um mir ein paar Fragen zu beantworten.

Euer neues zu Hause sieht wirklich sehr gemütlich aus. Wie lange hattet ihr die Idee von „Wilma“ schon im Kopf? Und wie lange hat dann die Umsetzung bzw. der Ausbau gedauert?

Natascha: „Die Idee von Wilma gibt es seit knapp zwei Jahren. Mein Stiefvater ist seit einem Jahr in Pension, schraubte schon immer gerne an seinem Wohnmobil rum und suchte eine sinnvolle Beschäftigung die er jetzt nachgehen könnte. Zusammen mit meiner Mutter gründeten beide die Camperfaktur. „Wilma“ war ihr Pilotprojekt. Mittlerweile planen sie den individuellen Camperausbau auch anderen anzubieten.

Spätestens nach meiner Madeira-Reise in einem T3 Camper im Jahr 2018 stand fest, dass ein Bulli her muss. Die Suche nach einem geeigneten Auto war für uns das zeitintensivste. Jedoch landeten wir einen Glücksgriff in Frankfurt und die eigentliche Planung und der Ausbau lief mit der Camperfaktur nebenher. In Summe suchten wir sechs Monate nach einem geeigneten Bulli. Drei Monate brauchten wir für den Ausbau.“

Eure Küche befindet sich ja sozusagen hinten am Kofferraum. Habt ihr auch die Möglichkeit drinnen zu kochen? Oder geht es einfach bei Wind und Wetter immer nach draußen?

Daniel: „Wir haben einen mobilen Gaskocher mit zwei Flammen, den wir draußen und drinnen nutzen können. Am liebsten kochen wir draußen am Schwerlastauzug. Das klappt durch die Heckklappe auch bei den meisten Wetterverhältnissen echt gut. Nur bei ganz schlechtem Wetter oder extremen Wind würden wir drinnen kochen, das ist aber eher die Notlösung.“

Eure letzte Reise ging durch Skandinavien. Wie lange wart ihr unterwegs? Was waren eure Reiseziele?

Natascha: „Wir waren von Ende Juni bis Ende Juli unterwegs – in Summe knapp fünf Wochen. Unser Hauptziel war der Norden Norwegens, also die Inselgruppen um Sommarøy, Senja und Lofoten. Beim Weg hoch haben wir uns relativ viel Zeit gelassen und sind gemütlich die Inslandsvägen in Schweden gefahren. Anschließend haben wir noch einen kleinen Schwenker durch Finnland nach Norwegen gemacht. Nach den Inseln im Norden ging es langsam durch Mitte Norwegen zurück – über ein paar abgelegene Atlantikinseln und schließlich in den Süden, wo es über Dänemark wieder heimwärts ging.“

Auf Instagram habe ich gesehen, dass ihr auf den Lofoten oft zur Mitternachtssonne und später noch in den Bergen unterwegs wart. Ging es dann gleich am nächsten Tag weiter oder wurde vormittags erst mal geschlafen?

Daniel: „Ja, wir haben unseren Schlafrhythmus komplett auf den Kopf gestellt und waren teilweise bis sechs Uhr morgens wach bzw. kamen um die Uhrzeit oft erst von einer Wanderung zurück. Geschlafen wurde danach. Dann gab es Tage an denen wir um 14 Uhr frühstückten und um 20 Uhr mittag aßen. Das war der beste Weg um ausgiebig die schönen Lichtverhältnisse nutzen zu können.“

Wer ist auf den Namen Wilma gekommen und hat er eine besondere Bedeutung?

Daniel: „Natascha kam auf den Namen. Ihre Großtante Wilma ist mittlerweile 95 Jahre alt und ein absoluter Familienliebling. Wir hoffen, dass unser Bulli mindestens genauso lange durchhält. ;)“

Hat sich euer Busausbau schon bewährt oder habt ihr gemerkt, dass noch Kleinigkeiten fehlen?

Beide: „In Summe hat alles so funktioniert wie wir uns das vorgestellt haben. Wir sind aber um ein paar Dinge schlauer geworden, die man erst beim reisen bemerkt. Die Punkte stehen auch schon auf der Packliste für den nächsten Trip. Zum Beispiel haben wir vor dem Trip eine Billigdusche gekauft und herausgefunden, dass wir den See oder eine Gießkanne bevorzugen. Diese Dusche hat absolut nichts getaugt. Da unser T5 leider nicht das beste Licht hat ist in Zukunft eine LED-Bar am Dachträger geplant. Diese haben wir für die hellen Tage in Skandinavien diesen Sommer jedoch noch nicht gebraucht.“

Was vermisst ihr am meisten auf Reisen im Bus?

Natascha: „Eigentlich nichts. Wir haben echt nichts vermisst auf diesem Trip, da wir durch die Solaranlage und die Batterie auch immer unseren Laptop, Kamera, Handy usw. aufladen konnten.“

Euer absolutes Bus-Lieblingsgericht:

Daniel: „Pasta Pesto mit Lofoten-Fishburger-Patties und frischen Tomaten.“

Diese 3 Dinge dürfen in keinem Bus fehlen:

Beide: „Solaranlage und Batterie, die Standheizung – Natascha ist eine Frostbeule, genügend Fenster für frische Luft und Helligkeit.“

Fotos: Natascha, Daniel Ernst, Bulli Wilma

Rob Heran

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Rob Heran

So wild wie sein Haar wächst, so wild sieht sein Bus aus und genauso wild fährt er Mountainbike. Wenn jemand Outdoor-Abenteur mit MTB und Vanlife verbinden kann, dann ist das Rob Heran. In verschiedenen Episoden zeigt er in „The Syncronicles“ wie sein Bus zu seinem zu Hause wird und zu seinem Inbegriff für Freiheit.

Die Fotos auf seinem Blog und die Kurzfilme stehen für sich und überzeugen durch eine satte und kräftige Farbwelt, einzigartige Landschaftsbilder, guter Musik und verrückter Ideen. Sebastian Doerk von Infinite Trails begleitete Rob auf seinem Abenteuer und Roadtrips und ist verantwortlich für die wahnsinnig schönen Aufnahmen.

„Syncro“ ist ein VW T3 Allrad-Transporter aus Militärbeständen und kostete Rob nicht nur einiges an Nerven, sondern auch ein bisschen Geld. Jetzt kann man das gute Stück sogar zu einer mobilen Rampe umbauen. Um seinen Kindheitstraum zu verwirklichen, mobilisierte Rob einige seiner Freunde und setzte mit ihnen gemeinsam seine Idee in die Tat um. Abgefahren, was man alles mit so einem Bus machen kann! Mein Bus sieht neben Syncro aus wie ein abgenuckelter Rollator und steht im Vergleich weniger für Abenteuer, sondern eher für eine Seniorenfreizeit. Na herzlichen Dank auch, Rob!

Rob wurde in Prag geboren und zog später mit seiner Familie nach Kempten. Mit acht Jahren verlor er seine Mutter. Danach drehte sich Robs Welt komplett und er kam ins Waisenhaus. Von dort an konzentrierte er sich voll und ganz auf das Biken. Neben der Schule und in den Ferien hatte er zahlreiche Nebenjobs und sparte auf ein Mountainbike. Er trug unter anderem Zeitungen aus, arbeitete im Restaurant seiner Schwester oder im lokalen Fahrradgeschäft, um seinen Traum als Freeride Mountainbiker ein Stückchen näher zu kommen. Mit 15 kaufte er sich sein erstes MTB. Es war ein Mongoose IBOC (International Bicycle Of Champions) Zero SX. Bald darauf tourte Rob jedes Wochenende mit dem Zug samt Bike-Klamotten, Rucksack, Zelt & Co quer durch Deutschland um an Bike-Rennen teilzunehmen.

Es ist abgefahren und berührend wenn man Robs Geschichte hört. Mittlerweile ist er ein alter Hase in der Bikeszene, ziert zahlreiche Bikecover und wird von namenhaften Unternehmen unterstützt. Zudem hat er nicht nur seine Lockenpracht an seinen Nachwuchs weitergegeben, sondern bietet auch Jugend-Bike-Camps für alle Boys und Girls da draußen an und gibt sein Wissen und seine Liebe fürs biken weiter.

Rob und ich lernten uns vor ein paar Jahren auf der Eurobike kennen. Ich freu mich wirklich sehr, dass er mir für ein paar Fragen zur Verfügung stand:

Hattest du jemals einen anderen Berufswunsch? Irgendetwas was nicht mit Biken zu tun hatte?

Rob: „Als Kind wollte ich immer Pilot und Gentleman werden. Das mit dem Gentleman hat mir sicher meine Mama eingetrichtert. Pilot bin ich zwar nicht geworden aber immerhin fliege ich heute auf meinen Bikes durch die Luft.“

Welcher Umbau bzw. welches Feature an deinem Bus wird als nächstes in Angriff genommen, nachdem du dir mit deiner mobilen Rampe deinen Kindheitstraum verwirklicht hast? Oder ist er jetzt komplett so wie du ihn haben wolltest?

Rob: „Tatsächlich bin ich mit den großen Umbauten durch und nun gilt es den Van in unterschiedlichste Gelände auszufahren und das Setup mit der Rampe und die zahlreichen Möglichkeiten damit voll auszukosten. Natürlich bleibt das ständige Schrauben an dem Van nicht aus – auch wenn man meint „fertig“ zu sein. Irgendwie fängt man dann doch wieder von vorne an und überholt wieder die Karosserie, tauscht Bauteile aus oder erneuert das Interieur.“

Während deine Welt auf den Kopf stand, hast du dich auf das Biken konzentriert. Wie schafft man es in so einer Zeit an sich und an seine Träume zu glauben?

Rob: „Es gab für mich ehrlich gesagt gar keine andere Option als genau das zu tun was ich mir erträumte. Ich denke das hat mir meine Mutter in meinen ersten Lebensjahren als auch in der Zeit vor ihrem Tod intensiv mitgegeben, auch wenn ich mich daran explizit nicht erinnern kann. Mir mein Leben so zu gestalten wie ich es mir am schönsten vorstelle war so weit ich denken kann das was mich schon immer pushte und auch bis heute antreibt. Wenn man als 8-Jähriger seine Mutter verliert die gerade mal nur 37 Jahre alt wurde stellt man sich zwangsläufig früh die großen Fragen über den Sinn des Lebens und versucht Antworten zu finden. Ich hatte seitdem das Gefühl, dass ich immer das verfolgen muss was ich mir heute ausmale, denn ob ich morgen noch dazu komme weiß ich nicht und dann würde ich es vielleicht bereuen es nicht versucht zu haben. Ich kompensierte meinen Frust mit Sport und das hat mich von vielem Mist bewahrt und mir eine Richtung im Leben gegeben.“

Geht es mit Syncro eigentlich auch in den Familienurlaub und wie kann man sich das dann vorstellen?

Rob: „Ja, wir sind zusammen dann zu viert im Van unterwegs. Ich bestücke den Van dann mit meinen Mobilen Küchen-Modulen, hab eine Toilette dabei und wir nutzen meinen BikeWash-Kompressor als Not-Dusche oder zum Abspülen. Wir können alle zusammen im Bett im Van schlafen. Wenn wir aber länger irgendwo stehen baue dann auf dem Dach unser Spezial Zelt auf und so haben wir noch mehr Platz. Wir waren so 7 Wochen in Marokko unterwegs, haben die besten Surfspots in Spanien und Portugal gefunden und direkt am Strand vor dem Beachbreak geparkt. Aber wir machen auch immer wieder kleine Mini-Trips in der Umgebung und hier in den Bergen. Sobald wir im Van sind schalten wir alle in Urlaubs- und Abenteuer-Modus um. Für die Kids ist es immer ein riesen Highlight zusammen im Van unterwegs zu sein.“

Du hast auf deinen Trips immer eine abgefahrene gute Kaffeemaschine dabei und bezeichnest dich selbst als Kaffee-Nerd. Wie oft hat sie dir schon das Leben gerettet und gibt es in München vielleicht bald ein Bike-Café mit Fahrrad-Werkstatt?

Rob: „Ja, Kaffee ist irgendwie eine ziemliche Leidenschaft von mir geworden. Ich mag einfach auch die Prozedur der Zubereitung und das ganze Know-How das hinter einer wirklich guten Tasse Kaffee steckt. Das ich so ein Nerd bin spricht sich natürlich herum und so stehen ständig meine ganzen Freunde bei uns auf der Matte um bei Kaffee über Bikes, Vans und Trips zu quatschen. Da mir das daheim tatsächlich etwas zu viel wurde habe ich jetzt ein Showroom und Arbeitsplatz in Haidhausen angemietet wo ich nun meine Werkstatt und meine Kaffeebar eingerichtet habe. Dort habe ich auch Platz um an meinem Van zu schrauben und muss das nicht mehr auf der Straße machen.“

Wie zuverlässig ist dein Bus jetzt? Musstest du z.B. schon mal in der Wüste gerettet werden?

Rob: „Der Van ist relativ zuverlässig. „Relativ“ weil das einfach doch ein altes Auto ist – auch wenn alles erneuert wurde. Der Bus wird von mir auch wirklich vollgepackt und im Gelände heftig beansprucht. Da gehen einfach gewisse Teile kaputt die diesen Lasten nicht standhalten können. Eine Schwachstelle sind die Antriebswellen. Da hat es mir immer wieder welche in Luft aufgelöst und ich musste diese tauschen oder sogar ganz ausbauen. Dank der beiden Differenzial-Sperren geht es dann auch nur mir drei-Rad Antrieb weiter. Da habe ich letztes Jahr in besonders massive investiert und hoffe damit endlich Ruhe zu haben.“

Ist der nächste Roadtrip und das nächste Projekt schon geplant?

Rob: „Es gibt ein paar Destinationen die ich mir gerade genauer anschaue. Momentan würde es mich reizen entweder per Schiff über den Atlantik nach Nordamerika zu fahren oder von hier aus direkt Richtung Balkan durch die Türkei nach Iran. Das wäre sicher auch eine Tolle Orient-Reise bei der es sensationelle Landschaften zum Biken zu erkunden gibt. Ich hoffe, dass mir die politische Lage keinen Strich durch die Rechnung macht.“

Eis & Palmen

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Eis & Palmen

Max Kroneck und Jochen Mesle starteten ihr Freeski-Abenteuer nicht am anderen Ende der Welt, sondern direkt vor ihrer Haustüre in Süddeutschland. In fünf Wochen radelten die zwei Freunde mit ihrem Gepäck und samt Ski über die Westalpen bis hin zum Mittelmeer. Dabei legten sie nicht nur aus eigener Kraft 1.850km zurück, sondern auch mal locker 35.000 Höhenmeter.

Ihr Tour führte sie durch Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Frankreich und mit der Banff World Tour geht sie auch noch ein bisschen weiter. In Zusammenarbeit mit El Flamingo wurde ihr Abenteuer in einem 32 minütigen Dokumentarfilm „Eis & Palmen“ festgehalten.

Wieso sollte man sich auch für eine Sache entscheiden, wenn man Eis und Palmen haben kann?

Ice & Palms (Full Movie) from El Flamingo Films on Vimeo.

5 Fragen an Jochen Mesle:

Wie oft denkt man sich bei so einem Trip „Warum mach ich das hier eigentlich? Ich könnte jetzt auch auf einem weichen Sofa sitzen und einen heißen Kakao trinken“?

Jochen: „Das kommt echt überraschend selten vor. Spontan kann ich mich da an einen Moment erinnern, als wir spät nachts erst an unserem Ziel angekommen sind und nachdem die einzige Motivation für die letzte Stunde strampeln das anstehende warme Abendessen war – dann aber alle Restaurants schon zu hatten und wir ohne Essen auf der Straße standen. Aber auch da hat 10 Minuten später uns ein Wirt nochmal die Küche aufgemacht.“

Ein Teil eurer Tour führte über den Furkapass. Im Film ist zu sehen wie ihr mit dem Rad und Gepäck auf dem Rücken auf Skiern unterwegs seid. War das der anstrengendste Teil eurer Reise?

Jochen: „Ja, definitiv. Auf alles andere hatten wir uns auch eingestellt – aber mit dem Rad auf dem Rücken zuerst hoch und dann im Stumpf-Schnee den Furkapass runter, um anschließend noch 5 Stunden durch den Regen zu fahren war eine harte Nummer.“

Welche Gedanken begleiten einem, wenn man so lange unterwegs ist? Oder schaltet man den Kopf durch die tägliche Anstrengung einfach aus?

Jochen: „Anfangs ist es noch eine kleine Gedanken-Achterbahn, da man das hektische, ablenkende Leben hinter sich lässt und erstmal im Sattel zu Ruhe kommt – aber schon bald hören die Gedanken auch so schnell zu kreisen und man kommt immer mehr im Moment an.“

Was darf bei so einer Tour nicht fehlen?

Jochen: „Glaub das wichtigste „Luxus-Tool“ auf so einer Tour bleiben neben der Zahnbürste einfach die Kopfhörer – ob der Reisepartner mal wieder schnarcht oder der Anstieg unbezwingbar lang wirkt, gute Musik hilft und man kann die ruhigen Momente danach wieder umso mehr genießen.“

Gibt es bereits Pläne für ein nächstes Abenteuer?

Jochen: „Es gibt mehrere größere Ideen, die aber alle noch in ihren Kinderschuhen stecken. Das Schöne ist, dass es nicht immer die großen Abenteuer braucht – sondern die kleinen, spontanen Abenteuer mehr als vergleichbare Erinnerungen bringen.“

Roadtyping

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Roadtyping

Ich freue mich immer sehr, wenn mir kreative Köpfe aus meiner Heimat begegnen. Gerade eher unbekannte Städte können ein wenig Support und frischen Wind gut gebrauchen. Design geht eben nicht nur in der Stadt, sondern auch auf dem Land bzw. mit Roadtyping auch von unterwegs. Roadtyping entdeckte ich durch Zufall auf Instagram und stellte schnell überraschend fest, dass Franziska und Marius aus Kaufbeuren kommen. Yeah, das ist sozusagen fast bei mir vor der alten Haustüre!

Neben dem Heimvorteil teilen wir, wie der Name schon sagt, eine zweite Gemeinsamkeit und zwar die Liebe zur Natur und spontan sich mit dem Bus auf neue Abenteuer zu begeben. Entstanden ist die Idee zu Roadtyping auf Reisen mit ihrem VW Bulli unter freiem Sternenhimmel und an einsamen Bergseen. Ja, so wild romantisch kann man neue Ideen ins Leben rufen!

Menschen die gerne draußen in der Natur sind, ist es auch ein Anliegen diese zu schützen. So wird zum Beispiel kein Verpackungsmaterial hinzugekauft, sondern bei umliegenden Firmen gesammelt. Die Papierprodukte werden lokal auf zertifizierten Naturpapier gedruckt und der Versand wird von den Wertachtal Werkstätten, einer Behinderten-Werkstatt, übernommen.

Ein Paradebeispiel um großartige Produkte und Nachhaltigkeit für Mensch und Natur zu vereinen! Und als wäre das nicht schon genug, sehen die Karten, Prints, Becher, Bücher & Co. auch noch großartig aus und laden zum träumen und verreisen ein. Der nächste Roadtrip wird durch die Produkte ins eigene zu Hause geholt und die Reiselust kann dadurch erst mal vorübergehend gestillt werden. Bis es aber soweit ist, beantwortet mir Franzi von Roadtyping noch ein paar Fragen:

Der erste Morgen auf Korsika

Wann habt ihr das Reisen mit dem Bus für euch entdeckt?

Franzi: „Reisen war für mich schon immer ein Unterwegs-Sein und ein Der-Weg-ist-das-Ziel-Gefühl. Ich bin früher mit meinen Eltern, meinen zwei Brüdern und unserem Hund ausschließlich im Wohnwagen in den Urlaub gefahren und das eben nicht klassisch zu einem Ziel in Italien für zwei Wochen an Pfingsten, sondern rein ins Auto und der Nase nach. Und so reisen wir immer noch. Der Urlaub beginnt sobald man im Bus sitzt und das ist so schön. Im VW Bus habe ich eh Autofahren gelernt, denn mein Opa hat mir seinen alten VW T2 mit Campingausstattung zum 18.Geburtstag „vererbt“. Nach dem Abi war ich mit ihm z.B. in Spanien für einige Wochen, habe zeitweise in München während meines Studiums im Bus gewohnt (als ich kurzzeitig keine Wohnung hatte) und ich habe bestimmt schon 24 mal den ADAC gebraucht. Ich liebe einfach das Leben im Bus.“

Habt ihr einen Ort an dem ihr öfters Urlaub macht? Einen Ort an dem ihr regelmäßig zurückkehrt?

Franzi: „Da wir gerne neues Land entdecken und von uns im Allgäu aus in alle Richtungen so wunderbare Orte zu erreichen sind, wandern wir oft auf neuen Pfaden. Ein paar Orte haben es uns aber schon angetan. Im Frühjahr gehts eigentlich immer zu einem der Lagos: Lago di Garda oder Lago di Maggiore. Im April ist es dort so schön und so ruhig und die Straße von uns über den Fernpass, an Samnaun vorbei, durch St.Moritz hindurch und den Maloja Pass runter nach Chiavenna ist eine meiner Lieblingsstraßen (unbedingt mal fahren).“

Was war das aufregendste was ihr auf euren Roadtrips erlebt habt? Hattet ihr z.B. schon mal eine Panne?

Franzi: „Ganz spontan: da war der Wolf in Livigno/Italien bei -16 Grad und die Übernachtung auf einem Schießstand in Navada/USA. Ich glaube ich erzähl euch davon. Wir haben 2016 einen Roadtrip durch den Westen Amerikas gemacht, ganz klassisch von Los Angeles durch die unglaublich schönen Nationalparks über Las Vegas nach San Francisco. Auch da waren wir natürlich mit einem Van unterwegs und auf dem Weg nach Las Vegas – oder davon weg – haben wir uns auch bei Dunkelheit einen Stellplatz für die Nacht gesucht. Viele Möglichkeiten gibt es an diesen endlosen Highways nicht, denn es kommt etwa nur alle 30km eine Abfahrt. In dieser Nacht haben wir wunderbar geschlafen, aber in der Früh staunten wir schon sehr, als wir ausstiegen und zwischen tausenden leeren Patronenhülsen standen. Über unserem Van prangte ein total durchlöchertes Warnschild „DANGER SHOOTING RANGE“. Ein sehr amerikanisches Erlebnis. Und Pannen hatten wir zahllose… 24 mal gelbe Engel!“

Ihr seit ja auch mit Kind und Hund unterwegs. Wenn ich meinen Bus schon für ein Wochenende packe ist er bis oben hin zugestopft. Wie sieht es da bei euch aus? Wird das Packen nicht jedes mal zu einer Herausforderung?

Franzi: „Da sprichst du ein ganz aktuelles Thema an. Neben Hund und Kind haben wir auch immer einiges an Sportequipment an Board: Mountainbikes im Sommer und Ski im Winter. Auf den letzten Trips haben wir wirklich alles mögliche ausprobiert. Stauraum auf dem Dach, einen Kadaverkorb auf der Anhängerkupplung, einen Anhänger, Kisten im Inneren, keine Reisetaschen mehr und so weiter. So sehr wir unseren VW Bus T5 California auch lieben: größer wird er nicht. Das Resümee: wir verkaufen im Moment den Bus und satteln auf ein neues Fahrzeug um. Größer und alle Schlafplätze im Inneren, denn in den kommenden Jahren wollen wir viel den Norden bereisen, den ich tatsächlich noch kaum kenne. Was genau für ein Fahrzeug da kommt, ist aber noch eine kleine Überraschung. Jedenfalls dauert es noch bis zum Herbst, ehe wir damit unterwegs sein werden und bis dahin herrscht weiter Chaos…“

Was kocht ihr am liebsten im Bus? Gibt es ein Rezept was ihr teilen würdet?

Franzi: „Kochen ist für uns tatsächliche ein großes Hobby und daher wird auch unterwegs viel eingekauft und frisch zubereitet. Was nicht fehlen darf im Bus-Küchenschrank ist ein Garsieb und der Toaster (vor allem in Ländern ohne gutes Brot ein Muss für Weißbrot).
Eines unserer Vanlife-Lieblingsrezepte sind Wraps, die gibts bei uns regelmäßig seit unserem Schottland Trip. Hierfür kann man jegliches Gemüse kaufen und roh oder gegart vorbereiten, hier gibts unseren Favoriten:

– Paprika (roh)
– frischer Salat
– Tomaten
– Avocado
– evtl. Mais (dann aus der Dose)
– Griechischer Joghurt oder Schwand oder Quark
– Tortilla oder Wraps gibts fast überall zu kaufen
– für eine nicht vegetarische Variante Hühnchen

Die Tortillas lassen sich ganz bequem über die Pfanne beim Anbruzzeln vom Hühnchen aufwärmen oder bei der vegetarischen Variante über den Toaster legen.

Das Foto oben war übrigens an einem mega schönen Fleckerl auf Korsika, in St. Florent direkt am Meer. In der nächsten Nacht kam ein Wetterumschwung und das Meer wurde so unruhig, dass man an diesem Ort nicht mehr hätte stehen können.

Euer Tipp für einen entspannten und erfolgreichen Roadtrip:

Franzi: „Keine Pläne und fixen Zeitpunkte definieren. Einfach einsteigen und treiben lassen. Vielleicht abends losfahren, dann ist die Stimmung entspannt, man ist schon mal allein auf der Straße und die erste Nacht im Bus liegt in nicht zu weiter Ferne. Spontan die Hauptstraßen verlassen und aussteigen. Ich weiß nicht wie es ohne Hund wär, aber da Lotta regelmäßig raus muss entdecken wir schon viel zu Fuß. Das Erlebte in einem Reisetagebuch festhalten, denn den ein oder anderen Fleck will man sicherlich mit Bekannten teilen.“

Diese 5 Dinge dürfen in keinem Bus fehlen:

Franzi: „Toaster, Lichterkette, Kaffee und Bialetti, Kissen und Decken, kleiner Besen“